Men at work

Hermann Wilhelmi (l.) und Gabriela Tasnadi mit den jungen Sängern (v. l.) Filip Schuffert, Jan Penner, Tim Weidemann und Achim Ströde. © Heiner Schultz

Ausschließlich Männerstimmen erklingen

Gießen (kdw). Mit ausschließlich männlichen Sängern war das Konzert »men at work« der Musikschule Gießen am Samstag besetzt. In zwei Akten musizierte man Romantik und Popmusik, und zwar auf zuweilen sogar herausragendem Niveau. Bestens unterhalten applaudierte das Publikum von Anfang an sehr reichlich.

Vorgetragen wurden die erste Hälfte der »Winterreise« von Franz Schubert und diverse Musicaltitel mit Achim Ströde und Tim Weidemann, nicht zuletzt sang Jan Penner einen eigenen Titel und begleitete sich selbst. Für Kontrast war also gesorgt, am Klavier unterstützte Herrmann Wilhelmi die Sänger wieder präzise und überaus sensibel.

 

Gesangspädagogin und Leiterin der Veranstaltung Gabriela Tasnadi gab eine kleine Einführung, in der sie den Fokus auf die ganz individuelle menschliche Stimme legte, an der man vieles ablesen könne, konkret hier zum Beispiel »schüchtern oder Rampensau«. Sie stellte zudem kundig und humorvoll jeden Titel kurz in einen Kontext.

Zunächst also Schuberts »Winterreise«. Bariton Filip Schuffert, langjähriger Schüler Tasnadis, ging das emotional dichte und kontrastreiche Werk sehr beherzt und konzentriert an. Schuffert brachte ein angenehm ausgeglichenes Volumen in seiner inzwischen mit beachtlichem Umfang ausgestatteten Stimme zum Einsatz. Er realisierte die Charaktere der Stücke sicher, ließ kraftvolle und vor allem differenzierte Dynamik spüren. Dabei baute Wilhelmi gelegentlich schon mal die ganz große Kulisse auf (»Der Lindenbaum«). Seine Begleitung war hier ein Extravergnügen. Insgesamt traf Schuffert den romantischen Duktus sicher und zeigte einen deutlichen narrativen Ansatz.

Von »Winterreise« bis Musical

Überraschend frisch und lebhaft musizierte Jan Penner seinen eigenen Poptitel »Bleib noch« und war auch am Klavier sicher und kompetent: Er agierte eingängig, frisch und mit guter natürlicher Stimme, noch dazu gut gehandhabt. Ebenso gelang ihm Matthew Bellamys »Bliss«.

Tim Weidemann brachte mit »Gott ist tot« (aus dem »Tanz der Vampire«) die große Musicaldimension ins Rathaus. Er zeigte sichere Stimme und Emotionalität und lieferte später mit »Entstellt ist mein Gesicht« (»Die Schöne und das Biest«) ein weiteres Glanzlicht des Abends. Zusätzlich lieferte er ein knackiges, farbiges Beispiel für Beatboxing mit einem Schluss wie ein Didgeridoo: cool.

Achim Ströde, Preisträger bei Jugend musiziert, zündete auch gleich ein Glanzlicht an. Seine Fassung von A. L. Webbers Klassiker »Sunset Boulevard« musizierte er mit guter Sicherheit und fester Intonation, auch Dramatik und Emphase stimmten. Seine Umsetzung von »Why God why« aus »Miss Saigon« geriet dagegen etwas eintönig.

Fürs Finale hatte man ein Highlight geplant, ein Duett männlicher Stimmen (Tasnadi: »Ganz selten«). »Lily’s eyes« aus Lucy Simons »Secret garden«. Das war kontrastreich und in den konkreten Duettpassagen geschlossen und mit glaubwürdiger Emotionalität gesungen.

Die gebotenen Leistungen ließen die Zuhörer vom ersten Titel an sehr lebhaft applaudieren, was wiederum die Solisten beflügelte. Eine gelungene Veranstaltung mit einem stimmigen Programm und sehr überzeugenden Auftritten der jungen Musiker mündete in sehr kräftigem Beifall der erfreuten Besucher.

 

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