Ein Jahr lang haben der Kinderchor der Musikschule und die Chorklasse der Gesamtschule Gießen Ost akribisch die Käsemelodien des Kriminal-Musicals von Peter Schindler studiert. »Max ist eine kleine Maus und Chef der Käsebande« – singend marschieren die 48 kleinen Sänger im Gleichklang zum flotten Marsch ein.
Spezialität der Käsebande ist natürlich der Käseklau. Das finden die internationalen Käser gar nicht gut und besingen ihre landestypischen Käsesorten. Mit Witz und Charme hat Schindler die Charaktere der verschiedenen Käsesorten musikalisch charakterisiert. Royal klingt es, wenn es von Jackie Chester (Vanessa Werger) heißt »Englands bester ist der Chester«. Francoise Camembert (Friedericke Bautz) singt ein Loblied auf den »Fromage«, denn »der ist ein Gedicht«. Luigia Parmigiano (Lara Langwirth) meint: »unser Käse schmeckt bellissimo«. Molli Appenzell (Ivana Jakobi) hat die Kollegen zum internationalen Käsewettbewerb geladen, die Angst vor der »Cheese-Gang« ist groß. Max (Caroline Kenntemich) und seine Mäusebande haben längst die Mäusepolizei, Mäusebussard Waldemar (Luc Reinke) und Kater Schnurr (Max Schmidt), und ihre Mausefallen überlistet. Doch dann betreten Yogi Yoghurt (Lion Stoodt) und Rolly Harzer (Charlotte Wiesner) die Bühne und übernehmen die Macht im Käsereich. Sie wollen das Land mit Einheitskäse überziehen und das gefällt weder Molly Appenzell noch Max und seiner Käsebande, denn die lieben die Vielfalt der Käsesorten. Singend wird ein Plan geschmiedet: »Nein, nein, das darf nicht sein – überall der gleiche Käse!« Die Käsespezialisten verbünden sich mit der Käsebande: »Es lebe die Liebe zum guten Geschmack.«
Die Rhythmen und Melodien sind eingängig, mal mitreißend, wie beim Harzer-Roller-Rock ’n’ Roll oder eintönig und trist, wie in der Einheitskäserei. Die 48 Sänger zwischen fünf und 13 Jahren beeindrucken stimmlich dabei sowohl in ihren jeweiligen Soloparts, als auch in den vielen, zum Teil mehrstimmigen Chorstücken.
Seit dem Schuljahr 2006/2007 bietet die Ostschule für den Jahrgang 5 und 6 jeweils eine Chorklasse an. Hier erhalten die Kinder Unterricht in Stimmbildung. Perfekt aufeinander abgestimmt kamen sie am Sonntag zu Gehör und fesselten große wie kleine Zuhörer über zwei Stunden lag. Mit den passenden Requisiten und Kostümen zauberten sie eine fantasievolle Geschichte auf die Bühne, die sie hochkonzentriert nicht nur sangen, sondern auch voller Elan spielten. Unter Leitung von Gabriela Tasnadi, unterstützt von Hermann Wilhelmi (Klavier) und Elke Kurth (Regieassistenz), ist ein eindrucksvolles Gesamtkunstwerk entstanden. Mit Bravour meisterten die kleinen Sänger die bisweilen anspruchsvollen Partituren der abwechslungsreichen Geschichte. Ob das Musical sich auf den Geschmack der Kinder auswirkt bleibt zwar fraglich, eine faszinierende Chance war es in jedem Fall, musikalisches Vermögen und Können zu fördern und zu präsentieren. Dieser Käse war ein Genuss! dw
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Musical »Max und die Käsebande« im Rathaus
vom 27.03.2012

