/NETANYA (fod). Seit nunmehr 15 Jahren existiert der Stadtpartnerschaftsverein Gießen-Netanya. Zahlreiche gegenseitige Besuche und gemeinsame Projekte hat es seitdem gegeben. Die Städtepartnerschaft Gießens mit Netanya, das an der israelischen Mittelmeerküste liegt und etwa 180 000 Einwohner hat, währt sogar bereits rund vier Jahrzehnte. Zur Feier des 15-jährigen Vereinsbestehens, das am kommenden Samstag um 20 Uhr im Netanya-Saal des Alten Schlosses begangen wird, ist zurzeit eine vierköpfige Delegation aus Israel in Gießen zu Besuch. Ihr gehören Tomi Breuer, ehemaliger stellvertretender Leiter der Sharet-High-School in Netanya, und seine Gattin Edith sowie Vita Gurevic, Dirigentin des Nizan-Chores, und Edvina Shilan, beide von der Musikschule Netanya, an. Stadträtin Astrid Eibelshäuser und Stadtverordnetenvorsteher Egon Fritz empfingen die Gäste im Rathaus, wo es im Anschluss eine Führung gab. Ebenfalls anwesend waren einige Gießener Mitglieder des Partnerschaftsvereins wie die Vorsitzende Marion Balser.
Beide Seiten betonten die wichtige Bedeutung der Städtepartnerschaft und bedankten sich für die herzliche Aufnahme bei den jeweiligen Besuchen. Eibelshäuser und Fritz übermittelten dem Verein zudem die Glückwünsche der Stadt zum 15-jährigen Jubiläum. Während im Gegenzug Tomi Breuer im Namen seiner Mitreisenden den Gießenern für die Gastfreundschaft dankte und auch für die deutsche Vermittlung bei der jetzt erfolgten Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit, der mehr als fünf Jahre von der radikalen Palästinenser-Organisation Hamas gefangen gehalten worden war.
„Wenn unsere Städtepartnerschaft Zukunft haben soll, ist es wichtig, dass junge Leute aus beiden Ländern in Kontakt treten können“, sagte Eibelshäuser. Und freute sich von Vita Gurevic und Edvina Shilan zu hören, dass Gießener Musikschüler in Kürze nach Netanya reisen werden. Außerdem versprach Tomi Breuer, dass er im Rahmen der von ihm mit initiierten Schulpartnerschaft zwischen der Ricarda-Huch-Schule Gießen und der Eldad-High-School in Netanya weiterhin RHS-Schülern von seinen damaligen Erlebnissen berichten möchte. Denn dieser und seine Gattin sind Holocaust-Überlebende. „Authentische Schilderungen von Zeitzeugen sind ein ganz wichtiges Element“, um dies alles zu vermitteln, betonte die Stadträtin. Ebenso sind vom Verein gemeinsame Projekte für Erwachsene geplant. Ika Bordasch und Hannelore Kraushaar-Hoffmann fragten schon einmal an, ob sich Netanya bei der Landesgartenschau 2014 in Gießen einbringen wolle, da dort ein Bereich zur Präsentation der Partnerstädte vorgesehen ist. Tomi Breuer zeigte gleich Interesse und sagte zu, die Anfrage weiterzuleiten, denn er sei selbst ein begeisterter Hobbygärtner.
© Gießener Anzeiger 2011 - http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten/print_11278686.htm

