Endlich kann Eloise ihre in Schw├Ąne verwandelten Br├╝der vom Bann befreien. (Foto : Friese)

Wohliges Gruseln im Feenwald (Giessener Allgemeine)

vom 19.03.2018

Gie├čen (gl). Allzu oft h├Ârt man von Eltern, die sich sehns├╝chtig einen Jungen w├╝nschen. Ganz anders ist das im Kunstm├Ąrchenklassiker ┬╗Die wilden Schw├Ąne┬ź von Hans Christian Andersen. Hier will die K├Ânigin endlich eine Tochter zur Welt bringen und hat zur Erf├╝llung dieses speziellen Kinderwunsches der Hexe Volhek ihre S├Âhne versprochen. Und die belegt die Jungs auch gleich mit einem Fluch: Tags├╝ber sind sie Schw├Ąne, nachts d├╝rfen sie noch Prinzen sein. Nur Schwester Eloise kann ihre Br├╝der aus dieser misslichen Lage befreien.

Der walisische Komponist Karl Jenkins hat aus dem M├Ąrchen eine Kinderoper gemacht, die der Kinder- und Jugendchor des Stadttheaters nun in Kooperation mit der Gie├čener Musikschule auf die taT-Studiob├╝hne bringt. Am Wochenende war gleich doppelte Premiere mit unterschiedlichen Besetzungen. Das Publikum kann sich nicht nur ├╝ber das von Thomas D├Âll mit Wald- und Schlosselementen aufwendig gestaltete B├╝hnenbild und fantasievolle Vampir- und Feenkost├╝me freuen, sondern auch ├╝ber ansprechende Leistungen der jungen Gesangssolisten, Chors├Ąnger und Musikschulinstrumentalisten.

Unter der Regie von Stephanie Kuhlmann l├Ądt ┬╗Eloise┬ź zum wohligen Gruseln ein. Mehrfach wird das Publikum von einem lauten Knall aufgeschreckt und auch die kleinen schaurig maskierten Vampire, die Hexe Volhek begleiten und sich mit den Eloise begleitenden Feen duellieren, k├Ânnten ganz kleine Besucher schon ein wenig erschrecken. Volhek selbst ist ebenfalls imposant: In der 18-Uhr-Premierenvorstellung beeindruckte Cara Benner in dieser Rolle nicht nur wegen ihrer teuflischen H├Ârner, sondern auch mit ihrem selbstsicheren Auftritt. Ihr versierter Gesang zu Rumba-Rhythmen und Walzertakt konnte nicht dar├╝ber hinwegt├Ąuschen, dass mit dieser Volhek nicht gut Kirschen essen ist. Lina Bommersheim als zartes M├Ądchen Eloise war der ideale Gegenpart. Als hilfreiche Amme gefielen Stella Hierstermann, als K├Ânigspaar mit schr├Ąger Kost├╝mierung Lilly Stahl und Runa Niedecken. Und auch die f├╝nf Prinzen Jonas Harbach, Jakob Hildbrand, Achim Str├Âde, Kilian Volk und Rolf Konrad Westermann trugen souver├Ąn zum Gelingen der Vorstellung bei.

Als sichere Bank erwies sich auch das hinter einem Gazevorhang platzierte Orchester der Musikschule mit Kinder- und Jugendchorleiter Martin G├Ąrtner am Klavier. Die eing├Ąngigen Melodien mit modern-disharmonischem Anstrich legten das Fundament f├╝r den Gesang der Akteure, der allerdings in den Chorszenen manchmal ein wenig zu leise wirkte.