Gro├čer Applaus f├╝r das Saxophonquartett (v.l.) Sarah Mehlhart, Hans Kreuzinger, Josef Retter und G├╝nter Wei├čer. Foto: Engelbach

Viel Schwung und gute Laune

vom 04.10.2011

"Crossover": Musikschule Gie├čen veranstaltet einen "Abend zwischen Jazz und Klassik" (Gie├čener Anzeiger)

GIESSEN (sue). Dass man mit einem Saxophonquartett neben bekannten Jazzst├╝cken von Thelonious Monk und Dizzy Gillespie auch Werke der Pop-Geschichte und sogar Bach, Debussy, H├Ąndel und Marcello ├╝berzeugend darbieten kann, bewies nun ein Lehrerensemble der Musikschule Gie├čen im Konzertsaal des Rathauses. Das bunte Programm unter dem Titel ÔÇ×Crossover - Ein Abend zwischen Jazz und KlassikÔÇť, das anl├Ąsslich des 20-j├Ąhrigen Bestehens der Musikschule zusammengestellt wurde, zeigte gekonnt die vielf├Ąltigen Verwendungsm├Âglichkeiten der Holzblasinstrumente. Dabei blieb jedoch die lockere Atmosph├Ąre eines Jazzkonzertes erhalten, bei dem man auf ein gedrucktes Programm verzichtete und das neben viel Schwung auch viel gute Laune und eine Prise musikalischen ├ťbermut mitbrachte. Nat├╝rlich macht eine Besetzung mit zwei Saxophonen auch aus einer Invention von Bach oder einer Telemann-Ouvert├╝re f├╝r Saxophonquartett noch lange kein neues Werk, doch die musikalische Modifizierung, die dabei stattfindet, stellte sich als ├╝beraus spannend heraus. Und auch wenn das Ergebnis Geschmacksache ist, so war die Ausf├╝hrung der vier Musiker Hans Kreuzinger (Tenor- und Sopransaxophon, Fl├Âte), Sarah Mehlhart (Baritonsaxophon), Josef Retter (Alt- und Tenorsaxophon) und G├╝nter Wei├čer (Altsaxophon) herausragend und den anwesenden Zuh├Ârern eindeutig ein Genuss.

Das Programm aus Ensemblest├╝cken und solistischen Werken, die Tobias Lauber am Klavier mit viel Gesp├╝r und K├Ânnen begleitete, wurde er├Âffnet durch H├Ąndels ÔÇ×Allegro maestosoÔÇť aus der ÔÇ×WassermusikÔÇť, das in einer originellen Bearbeitung f├╝r die vier Holzbl├Ąser erklang und von den Instrumentalisten mit mitrei├čender Hingabe und ausgesprochen dynamisch vorgetragen wurde. In der f├╝r Alt- und Tenorsaxophon arrangierten Fassung dreier urspr├╝nglich f├╝r Klavier komponierter Bach-Inventionen ├╝bernahm Wei├čer gekonnt die Stimme der oberen, rechten Hand, begleitet von Retter mit dem Tenorsaxophon, der die tiefe Stimme erklingen lie├č.

Besonders beeindruckte die au├čergew├Âhnlich durchdachte Version des romantischen ÔÇ×Le petit n├ĘgreÔÇť von Debussy, die den vier Bl├Ąsern erstmalig solistische Passagen zuwies, f├╝r die Kreuzinger zum Sopransaxophon griff und bei der Mehlhart erneut mit ihrem Baritonsaxophon ausdrucksstark und sicher den Rhythmus vorgab. In Manfred SchmitzÔÇÖ ÔÇ×Pop SuiteÔÇť entlockte Kreuzinger nun seiner Fl├Âte virtuose Kl├Ąnge, rhythmisch kontrastiert von Lauber mit einer ostinaten Klavierstimme.

Im Original f├╝r Saxophonquartett komponiert ist das ÔÇ×Prelude & BeguineÔÇť von Victor Williams. Dabei schuf der eher schmachtende Klang der Instrumente ein v├Âllig anderes Klangbild, das sich in ├Ąhnlicher Form auch durch die Er├Âffnung der ÔÇ×Bohemian RhapsodyÔÇť von Queen zog. Wei├čer ├╝bernahm hier mit einem melancholischen und gesanglichen Klang die Melodie. Wie gut die Musiker aufeinander eingespielt waren, zeigte sich auch in den schwungvollen Darbietungen von ÔÇ×Sir DukeÔÇť von Stevie Wonder und dem finalen ÔÇ×AmericaÔÇť von Leonard Bernstein, f├╝r die sie viel Beifall ernteten.

┬ę Gie├čener Anzeiger 2011 - http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kultur/print_11222717.htm