Guter Klang: Das Gitarrenensemble der Anfänger unter Leitung von Dennis Werwai stellt eindrucksvoll seine Fortschritte unter Beweis. Foto: Schultz

Piraten und Götterfunken in der Aula der Gesamtschule Gießen Ost

vom 11.06.2019

Gießener Anzeiger 06.06.2019

Von Heiner Schultz

Sechs Ensembles präsentierten beim zweiten Sommerkonzert der GGO kontrastreiche Werke und stellten einem begeisterten Publikum ihre Fortschritte unter Beweis.
GIESSEN - Ein rundum wohltuendes Musikerlebnis genossen die Besucher des zweiten Sommerkonzerts der Gesamtschule Gießen Ost am Mittwoch in der Aula: Sechs Ensembles präsentierten auf verschiedenem Niveau kontrastreiche Werke und zeigten allesamt deutliche Fortschritte. Die Mitwirkenden waren bester Stimmung, und so war der gelungene Abend keine Überraschung.
Den Auftakt bestritt die Bläserklasse 5b unter Leitung von Heike Raatz. Energisch gingen sie ans Werk und schon ihr "When the saints" riss das Publikum mit, und "Old MacDonald had a band" wurde originell abgeschlossen. Es folgte eine fetzige Fassung von "Hard Rock Blues" und das Publikum applaudierte am Ende des Vortrags donnernd.
Die Bläser der 6b wählten den orchestralen Ansatz mit dem Thema aus "Jurassic Park". Schön gemessen, doch mit Druck, homogenen Flächen und guter Geschlossenheit: prima. Ihre "Pirates of the Caribbean" kamen mit Schwung daher und die total konzentrierten jungen Musiker schufen einen respektabel geschlossenen Klang.
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Viel ruhiger ging es beim Gitarrenensemble unter der Leitung von Dennis Werwai zu. Die Anfänger überraschten mit einem ganz sachten Auftakt bei "Despacito" (L. Fonsi). In tiefer Konzentration versunken, musizierten die Kids in gutem Miteinander und schlossen sehr gut ab. Ihr Finale mit Michael Jacksons "Billie Jean" gelang mit gutem Gefühl, den vertrackten Rhythmus bekamen sie gut hin. Auch dem Publikum gefiel's und es spendete großen Applaus.
Die fortgeschrittenen Saitenkünstler unter Leitung Frank Taslers eröffneten mit Beethovens "Schönem Götterfunken" in einer etwas fragilen, aber guten und harmonischen Version. Einen nachdenklichen, fast besinnlichen Ton schufen sie in D. Aguados "Moderato", und den Welthit "Popcorn" realisierten sie flott und schön mehrstimmig.
Nun liefen die großen Ensembles ein, zunächst die "Junior Band" unter Robert Dörre. Einen schönen Fluss realisierten sie in "Londonderry Air" (J. Ross), sicher und mit der bisher besten Geschlossenheit des Abends. Auch Bachs anspruchsvolles Werk "Air" setzten sie sehr gut um. Adäquaten Abschluss bildete das komplexe "Atlantis" (A. McGinty), wobei sehr gute Akzente gesetzt wurden und die Stimmen bemerkenswert herüber kamen.
Julian Teufel machte mit dem "Jazz Orchestra" den finalen Abschluss. Stevie Wonders "You are the sunshine of my life" kam etwas unkonzentriert, aber der "Muppets Song" war mit einem fröhlichen Drive, sehr guten Saxofonen und einem ansteckenden Groove genau richtig und mit ordentlichem Schwung realisiert. Und Michael Bublés "Feeling good" war genau auf den Punkt musiziert: die Bläser sehr geschlossen, mit tollem Ausdruck und wiederum guten Saxofonen gab das einen riesigen Applaus. Den erhielten am Ende auch die anderen Mitwirkenden, die eindrucksvoll ihre musikalische Entwicklung deutlich gemacht hatten, wobei besonders die filigranen Gitarristen der Anfängergruppe herausragten
Wertschätzend erwähnt wurden noch die Lehrkräfte der Gießener Musikschule, die das Angebot für die GGO-Schüler wesentlich ergänzen. Ein sehr angenehmes Konzert, klugerweise wegen der Hitze auf eine gute Stunde bemessen. Auch inhaltlich war das eine gute Entscheidung.