Liebesklage voller Ausdruck

vom 26.09.2011

Chöre der Musikschule unter Gabriela Tasnadi singen sich in die Herzen der Zuhörer (Gießener Anzeiger)

Gleich drei Chöre - der Self-Chor, der Kammerchor und der Jugendchor der Musikschule - begeisterten das Publikum im Konzertsaal des Rathauses. Unter der engagierten und temperamentvollen Leitung von Gabriela Tasnadi sangen sich die Chöre in die Herzen der Zuhörer. Auf dem Programm standen Werke von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert.

Am Anfang erklangen drei A-cappella-Stücke: Luca Marenzios Madrigal „Amate mi ben mio“, Michael Easts „Follow me, sweet love“ und Claudio Monteverdis „Madrigal Nr. 6“. Die Frauen des Self-Chores brachten diese emotional bewegende Musik, bei der polyphone und homophone Abschnitte einander abwechselten, klangschön und mit viel Ausdruck zur Geltung. Anschließend sangen Katharina Sahmland, Linnea Haufschild und Jessica Kaczmarczyk, begleitet von der Pianistin Karin Holweger, die Soli in Rossinis Chorsatz „La Carità“. Die drei Solistinnen haben glockenreine, helle Stimmen und verbreiteten mit dem Chor ansteckende Fröhlichkeit. Die Pianistin begleitete dezent und verfügt über eine reiche Palette an Ausdrucksnuancen. Im weiteren Verlauf des Konzerts erklang noch Felix Mendelssohn-Bartholdys Motette „Veni domine“ für Soli, Frauenchor und Klavier. Mit mächtigen Akkordblöcken beginnt die Motette mit einer Anrufung Gottes. Der Chor sang dynamisch differenziert und phrasierte gut. Gabriela Tasnadis Arbeit zeitigte in der ausgefeilten Atemtechnik der Sängerinnen schöne Früchte. Im zweiten Teil folgte der Kammerchor mit John Bennetts Madrigal „Weep o mine eyes“. Die verzweifelte Liebesklage wurde zum Höhepunkt des Konzerts. Schon der Beginn, der mit seiner polyphonen Auffächerung der Klanggruppen an eine englische Kathedrale gemahnte, ließ aufhorchen. Die Ausführenden musizierten mit blühendem Chorklang und viel Ausdruck. Einen angemessenen Kontrast dazu bildeten die beiden Notturni „Luci care, luci belle“ und „Più non si trovano“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Die heiteren Nachtstücke verrieten in ihren feinen Klangwirkungen den Theaterkomponisten Mozart.

Abschließend sangen der Jugendchor, der Self-Chor und der Kammerchor das fröhliche Lied „Siyahamba“. Die zahlreichen Zuhörer spendeten am Ende reichen Applaus.

© Gießener Anzeiger 2011 - http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kultur/print_11198465.htm