Die Musikerinnen Vitalina Pucci, Theresa Heinz, Nadja Schneider und Polina Blühten (v.l.) haben die Zuhörer in ein Gefühlschaos der eigenen Art geschickt. Foto: Friese

Konzert von Liebe und Leidenschaft: Mit „Belle Melange“ auf musikalischer Achterbahnfahrt

vom 16.09.2011

Lachen, Weinen, Hüpfen, Springen…wenn man verliebt ist, ist das Gefühlschaos perfekt. (Gießener Anzeiger)

Von Katrina Friese

Von Liebe, Leidenschaft und anderen Katastrophen erzählen die Lieder der vier charmanten Mädels von „Belle Melange“. Im Rahmen der Jubiläumskonzerte der Musikschule Gießen fand das Konzert im Konzertsaal des Rathauses statt.

Die Liebe, das Verliebtsein - ein schwieriges Thema wie die Sängerin und ehemalige Schülerin der Gießener Musikschule, Theresa Heinz, zu Beginn treffend feststellte. Nicht immer nur himmelhoch jauchzend, sondern auch mal zu Tode betrübt. In der Liebe ist alles möglich. Und genau so treffend war die Auswahl der Musikstücke. Von Chansons und schwungvollen Stücken der 20er und 30er Jahre - wie etwa die an Wortwitz reiche Interpretation des Stückes „Wegen Emils Lust“ von Cliare Walldoff - über gefühlvolle Balladen mit leiseren nachdenklichen Tönen - wie etwa „Maggis Theke“ aus den Dornenvögeln oder Arthur Hamilltons „Cry me a River“ - stürzten die vier stilvoll zum Thema des Abends passenden Musikerinnen die Zuhörer in ein Gefühlschaos der eigenen Art. Eine Achterbahnfahrt der Emotionen, musikalisch dargeboten, dass es tief im Innersten berührte. Nicht nur sentimental, anrührend oder von höchster Glückseligkeit, nein, teils mit solchem Witz, dass man sich kaum auf seinem Platz halten wollte.

Auch der Tango, der Tanz der Liebe, der Leidenschaft, der Wut und des Feuers kam nicht zu kurz. Mit dem „Libertango“ von Astor Piazolle kamen dann auch noch die Eifersucht und der alltägliche Kampf um die Gefühle mit ins Spiel. Ausdrucksstark und stimmgewaltig gesungen von Theresa Heinz, lebte die Musik von dem temporeichen Klavier von Vitalina Pucci, dem gefühlvollen Cello von Nadja Schneider und der tragenden Querflöte von Polina Blühten.

Begeisterter Applaus

Theresa Heinz wurde in Gießen geboren und studierte nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau Schauspiel. Nach einigen Abstechern nach Hamburg und Dresden leben sie nun wieder in ihrer alten Heimat. Vitalina Pucci wurde als Tochter einer Musikerfamilie in Kiew geboren und steht seit ihrem neunten Lebensjahr regelmäßig auf der Bühne. Mit ihrem Instrument, dem Klavier, ist sie heute an vielen Kammerorchesterauftritten unter anderem als Leiterin beteiligt. Nadja Schneider studierte in ihrer Heimatstadt Murmansk und in Frankfurt und unterrichtet heute Cello. Polin Blühtgen studierte Musikpädagogik in Frankfurt, vorab erhielt sie ihre musikalische Vorbildung in Flöten und Klavier in Brest und Minsk.

Die vier internationalen Musikerinnen boten an diesem Abend ein abwechslungsreiches, leidenschaftliches Konzert, was die gut 120 Zuschauer zu begeistertem Applaus veranlasste.

Ein nächstes Konzert steht am Samstag, 24. September, im Kurfürstensaal Heppenheim an. Dann wird es erst einmal eine kleine Pause geben, denn Sängerin Theresa Heinz erwartet im Dezember ihr erstes Kind.

© Gießener Anzeiger 2011 - http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kultur/print_11166891.htm