Keine Kompromisse bei Max Bruch

vom 14.09.2011

Gut besuchtes Basilikakonzert mit Lehrern der Musikschule ein großer Publikumserfolg (Gießener Anzeiger)

GIESSEN (rfi). Unter dem Motto „Die Freude am Musizieren“ fand im Konzertsaal des Rathauses ein weiteres Konzert anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Musikschule Gießen statt. Mitwirkende waren Lehrkräfte der Musikschule, Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Gießen und Gäste; die Leitung hatte Universitätsmusikdirektor Stefan Ottersbach. Um es vorweg zu sagen: Das Konzert stellte auch den anspruchsvollen Musikfreund vollauf zufrieden.

Den Anfang machten die Musiker mit dem „Andante festivo“ für Streicher von Jean Sibelius. Dabei entfalteten die Interpreten einen seidigen Streicherglanz, der die Weite der finnischen Landschaft widerspiegelte. Anschließend spielten die Solisten Gerd Schulz (Blockflöte) und Johanna Paschenda-Olbrich Georg Philipp Telemanns Konzert für Altblockflöte, Flöte, Streicher und Basso Continuo. Das viersätzige Werk zeichnet sich durch eine durchgängige Klangschönheit aus, die die Musiker perfekt in Klang umsetzten. Dass dies so gut gelang, war nicht zuletzt dem engagierten Dirigat Ottersbachs zu verdanken. Einen ersten Höhepunkt bildete die Wiedergabe des Oktetts für Streicher von Max Bruch. Es spielten: Ji-Yeon Shin ,Yi Xiao, Silvia Stan, Kerstin Widmann (Violinen), Axel Lis und Margarete Mal (Viola) sowie Dora Elmauer (Violoncello) und Stefan Schneider (Kontrabass). Das Werk entfaltete dabei eine schroffe Klanglichkeit und einen Dissonanzenreichtum, der keine Kompromisse zuließ. Auch das Adagio mit seiner klagenden Melodie gestalteten die Musiker hochexpressiv.

Nach der Pause spielten Susanne Oehler (Querflöte ), Jan Kleinschmidt (Klarinette), Simeon Rizopoulos und Josphin Kiefer (Fagott), Alexander Gröb sowie Steffen Laucht (Trompete), Stanislav Klimov und Vladyslav

Shargorodskyy (Posaune) das Oktett für Bläser von Igor Strawinsky. Die Interpreten gaben das neoklassizistische Werk mit viel Verve und Ausdruck wieder, wobei sie einen Reichtum an Klangfarben entfalteten. Abschließend ertönte das festliche 1. Brandenburgische Konzert von Johann Sebastian Bach. Den unendlichen harmonischen und melodischen Reichtum von Bachs Musik gestalteten Ela Polivkova, Jakob Tatsumiya und Ariane Damm (Oboen) Andrea Zimmer und Berthold Cremer (Horn) sowie Simeon Rizopoulos (Fagott) und Ji-Yeon Shin (violine) mit viel Sinn für das polyphone Stimmengeflecht der Bach‘schen Musik. Das zahlreich erschienene Publikum bedankte sich mit lebhaftem Applaus.

© Gießener Anzeiger 2011 - http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kultur/print_11160747.htm