Jazz Orchestra bildet den Höhepunkt beim Sommerkonzert der Gesamtschule Gießen-Ost

vom 26.05.2018

Von Heiner Schultz

GIESSEN - Eine gelungene Leistungsschau haben die aktiven Musikschaffenden an der Gesamtschule Gießen-Ost (GGO) mit einem stimmigen Sommerkonzert in der Aula verknüpft. Das Publikum war vor allem von der Leistung des Jazzorchesters schwer angetan.

Schon der 5b-Trompetenchor machte eine gute Figur. Mit einer schmissigen kleinen Fanfare erwiesen sie zunächst den Besuchern die Ehre und bereiteten ihrem Direktor Frank Reuber eine kleine Überraschung: "Also von Fanfaren bin ich noch nie begrüßt worden", freute er sich in seiner Einführung und betonte, das Motto "Schule der Vielfalt" gelte auch in der Musik. Daran hatte es keinen Mangel, die Teilnehmer hatten ein breites Spektrum vorbereitet.

Die Bläserklasse der 5b unter der Leitung Amrai Niemeyers stellte ein attraktives Viererpaket vor. Besonders der Klassiker "Kumbaya my Lord" machte mit schwungvoller Perkussion, großem Klang und beachtlicher Stabilität einen guten Eindruck.

Das 5b-Querflötenensemble unter der Leitung Susanne Oehlers hatte keine Probleme, die Sympathie des Publikums im vollen Saal zu erringen. Ihre Version von "Pippi Langstrumpf" war sicher und geschlossen musiziert. Und sie stammt aus dem Gründungsjahr der Schule, 1968, merkte Moderatorin Elke Kurth an.

Aufmerken ließ die Gitarren-AG der Anfänger (Leitung Marc Braun). Mit einer anspruchsvollen Eigenkomposition in englischer Folk-Anmutung wagten sie sich auf schwieriges Gelände und musizierten abwechslungsreich und besinnlich - Beachtlich.

Die fortgeschrittenen Gitarristen unter der Leitung Frank Taslers begaben sich in die Popmusik und präsentierten Titel von Neil Young, George Harrison ("Here comes the Sun", auch von 1968 und in einer sehr angenehmen Fassung) und Peter Greens "Oh well", ganz schön anspruchsvoll. Letzteres spielten sie angemessen schwungvoll. Insgesamt arbeiteten sie die Musik schon deutlicher heraus.

Die ganze Bühne von links bis rechts besetzte die Bläserklasse 6b unter der Leitung Robert Dörres. Mit einem gemütlichen Marsch ("School spirit") ging's los, etwas flotter kam "Striving". Das besaß auch mehr Leichtigkeit, einen spürbaren Drive und war transparent und flüssig gespielt. Stabil und stimmungsvoll dann "Tiger Rock" - etwas auseinanderdriftend, aber mit Überzeugung musiziert.

Ein Glanzlicht des Abends war die Orchesterfassung von "Skyfall" der Junior-Band mit Lernenden der Klassen 5, 6b und älteren. Das war großer orchestraler Klang, gut zusammen und mit Ausdruck gespielt. Dann noch mehr Dampf bei "Nurock" und "Atlantis". Nur der abschließende "Final countdown" war etwas wackelig.

Höhepunkt des Abends war der Auftritt des Jazz Orchestra unter der Leitung Julian Teufels. Nach einem zackigen "Take five" (gut gemeistert: geschlossen und expressiv) glänzte "Joshua fit the battle of Jericho" mit guter Perkussion und prima Abschluss. Der Abräumer des Abends war eine mitreißende Fassung von "Tequila", bei der das Publikum das Stichwort hereinrief und Schulleiter Reuber zum Einsatz ein Textschild hochhielt. Großes Vergnügen, tadellose Ausführung. Genau übrigens wie "Someone in the crowd" aus "Lala Land": sehr flott, dabei stabil, toll bewältigte diffizile Tempowechsel, insgesamt stimmig, ein Treffer.

Riesenbeifall für einen gelungenen Abend in Zusammenarbeit mit der Gießener Musikschule.