"Like ice in the sunshine": Stimmbildnerin Bonita Hyman (links), Chorleiterin Elke Kurth (am Klavier) und die Chorklasse 5c räumen musikalisch gleich richtig ab. Foto: Schultz

Chöre und Kammerensemble der GGO überzeugen (Giessener Anzeiger)

vom 30.05.2018

Von Heiner Schultz

GIESSEN - Während das Unwetter über Gießen und Umgebung niederkrachte, herrschte in der Kirche St. Thomas Morus größte Zufriedenheit. Dort gaben nämlich Chöre und Kammerensemble der Gesamtschule Gießen-Ost (GGO) ihr Sommerkonzert und zeigten sich ausnahmslos bestens disponiert: alles war gut bis sehr gut.

Vorab sei bemerkt, dass bei diesem Konzert erstaunlich moderne Musik gesungen wurde. Das fing schon mit dem Auftakt an, den der Unterstufenchor (Leitung Elke Kurth, Andreas Feil) bestritt. Drei Lieder hörte man, das Glanzlicht war "With a little help from my friends" ("Beatles"): Klangschön mit guter Mehrstimmigkeit und sicher - das war beachtlich und macht gleich Spaß. Schulleiter Dr. Frank Reuber erinnerte an das Gründungsjahr 1968. "Damals hieß es, die Revolution ist machbar, auch in der Musik, etwa von den 'Rolling Stones' und Manfred Mann. Diese Ideen spiegelten sich auch in der Gründung dieser Schule." Und: "Damals gab es eine große Vielfalt, und aus der entstand was Gutes."

Die Chorklasse 5c, geleitet von Bonita Hyman von der Musikschule, räumte mit einer schmissigen Version des Eiswerbehits "Like ice in the sunshine" gut ab: das war schön gesungen, mit einer zackigen Choreografie dabei, und rollte richtig gut. Beachtlich auch die Textsicherheit und Klarheit des Ausdrucks bei "Mighty Quinn". Da schwenkte auch das Publikum fröhlich die Arme.

Glanzlicht gesetzt

Solist Kilian Volk aus der Chorklasse 6c heimste mit seinem Vortrag von "Someone's waiting for you" (Sammy Fain, C. Connoers) zu Recht einen Riesenapplaus der Zuhörer ein. Die Chorklasse 6c (Leitung Andreas Feil, Stimmbildung Andrea Tasnadi von der Musikschule) setzte mit "Feuerwerk" von Wincent Weiss gleich ein klares Glanzlicht. Schwungvoll und mit guter Stimmung, geschlossen und kraftvoll gesungen, gaben sie sich selbstbewusst - das stimmte auch in den anderen drei Titeln.

Andreas Feil drehte dann wegen des heftigen Donnergrollens erstmal das elektrische Klavier lauter, obwohl die Stimmung im Hause ohnehin prächtig war: kräftiger Beifall nach jedem Titel. Jetzt trat der vor 20 Jahren gegründete Schulchor an. Spitzenklasse im Dreierset war die mitreißende Fassung von James Browns "I feel good", im Original eine brünstige Huldigung des eigenen Glücksgefühls. Das kam geschlossen, stilsicher, kräftig und mit schwungvoller Choreografie und ließ keinen kalt.

Stimmige Dramaturgie

Als fast besinnlichen Kontrast musizierte das Kammerensemble unter Katrin Schwalb zwei Filmmusik-Klassiker, die Themen aus "Jurassic Park" und "Star Wars". Obgleich die Posaune die Klangbalance dominierte, wurde zum ersten gut eingestiegen und flüssig musiziert. Und das Thema des "Sternenkriegs" wurde ebenfalls gut getroffen, die Reibungen gut realisiert, und es herrschte eine stimmige Dramaturgie.

Den Abschluss des von der Sturmflut untermalten Abends übernahmen alle Chöre mit einem gemeinsamen "Give it up" (Michael Gohl). Das gab riesengroßen Beifall für ein durchgehend ansprechend und stimmungsvoll musiziertes Konzert.